Jodlerklub Gletscherecho - Jodlerklub Gletscherecho
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Damals wurden die Protokolle noch ausführlich und von Hand geschrieben.

Gründungsprotokoll

Herr Perrig Amadé, Kurdirektor von Saas-Fee, heisst die anwesenden Jodlerfreunde zur Gründungsversammlung herzlich willkommen. Er erläutert den Gedanken, warum es zu der heutigen festen Überzeugung kam, einen Jodler-Club in Saas-Fee wieder zu gründen. Die Idee hatte sich in den vergangenen 2 bis 3 Jahren unter mehreren Sympatisanten durchgeschlichen – Grund gaben die Herren Perrig Amadé als aktives Mitglied des Jodler-Clubs „Ahori“ aus Brig-Glis, dann die dafür auch sich interessierten Personen wie Frau Therese Andenmatten, die bekannte Singerin an verschiedenen Festanlässen, die Herren Edy Kuonen, prakt. Arzt in Saas-Fee, Benedikt Schnyder, Glaziologe und Restaurateur und meine Wenigkeit – als Skilehrer und Künstler – namentlich erwähnt – (weil es offiziell so verlangt wird) – als Hans-Peter Bumann.
Die folgenden Aktivitäten machten nicht nur die anwesenden heutigen Mitglieder auf die Gründung aufmerksam, sondern auch die ganze Umwelt. Mit ganz wenigen – unwichtigen – negativen Bemerkungen, die sich am Rande hielten, darf behauptet werden, dass ein Jodler-Club im Gletscherdorf wieder gern gesehen würde. Dies bekräftigte die Initianten und Gründer, also uns alle, und die beiden geschätzten Herren Dr. Ewald Muther und Norbert Lauwiner, sie sich zu unserer hellen Freude als Dirigenten engagieren liessen, halfen uns sehr, den ernsthaften Gedanken weiterhin ins Auge zu fassen, einen neuen Jodler-Club zu gründen. Doch bevor gab es wie bereits erwähnt, mehrere kleinere aber umso wichtigere Aufgaben zu lösen und an dieser Stele sei besonders Herrn Perrig Amadé für seine Hilfe gedankt – ohne ihn wäre es wohl noch nicht weit entfernt geblieben, geschweige von einem Zustandekommen in dieser auffällig raschen Art und Weise zu reden. Rückblickend also war zuerst die Frage nach dem Dirigenten zu lösen und wir hatten wirklich ein Riesenglück mit den bereits erwähnten Herren, denen wir heute zu grossem Dank uns verpflichten. Dann kam die Zusammenkunft der früher mit Namen aufgeführten Initiativ-Gruppe und es wurde beschlossen, mit einem Rundschreiben an alle Haushaltungen möglichst jedem die Möglichkeit zu bieten, sich für einen zukünftigen Club interessieren zu können. Das Echo war grossartig und unerwartet.
Bis 29 Interessierte kamen zur ersten Gesangsübung am 18.7.83.
Dr. Ewald Muther als sehr fachkundig und mustergültigen Dirigenten teilte die Stimmen ein und freute sich sichtlich, dass alle Stimmkategorien die erforderlich sind vorhanden waren und obwohl es mancherlei an Unzulänglichichem in dieser Beziehung gab, schien es doch sehr erfreulich, die Idee des Jodelns behalten zu dürfen. Die Zukunft stabilisierte sich mehr und mehr und in den folgenden Übungswochen kamen noch einige „Begeisterte“ zu uns, die wir herzlich aufnahmen.

Wir sind heute – was der beiliegenden Appell bezeugt – 31 Mitglieder also Gründer dieses Clubs. Alle sind mit Namen, Vornamen, Jahrgang und persönlicher Signatur aufgeführt. Eine überraus fröhlich-stimmende Tatsache auf die ein jeder von uns ganz stolz sein kann und ist.

Doch wollen wir gegenwärtig nicht weiter ausholen mit rühmlichen Worten, geht es doch in einem Protokoll darum, den ernst der Angelegenheit und nicht die Ausgewogenheit des Humors zu erfassen.Das Traktandum 1 wäre hiermit abgeschlossen.

Zum Traktandum 2 muss leider zu unserem grossen Bedauern festgehalten werden, dass unser sehr geschäzter Herr Walter Schnydrig, Präsident dees Westschweizerischen Jodlerverbandes, durch eine misslichen Zwischenfall verletzt im Spital liegt und nicht – was wir uns sonst so sehr von Herzen gewünscht hätten – heute anwesend ist. Wir hoffen mit ihm, dass er bald wieder seiner geliebten Tätigkeit nachgehen kann und seine sicher veredelte Kirschenkonfitüre ihn nicht mit all zu grossen „Horrorgefühlen an den gegenwärtigen Unfall“ erinnert. Wir möchten ihm für seine übermittelten Grüsse und (sicher heimlich versteckten Hoffnungen und Erwartungen, die er an unseren neugebornen Club stellt) von ganzem Herzen danken und sind sehr erfreut, schon heute seinen Wünschen nachkommen zu dürfen. Auf alle Fälle sind wir gespannt auf ein erstes Treffen mit unserem als sehr sympatisch bekannten „Chef“.

Dass eine jede Organisation einen Meister nötig hat, ist uns allen klar und es freut uns ganz besonders, unter dem Dach des Schweizerischen Jodlerverbandes als zehnter unter den bestehenden 9 Vereinen im Oberwallis bald anschliessen zu können.

Traktandum 3, der sogenannte Appell – ist bereits behandelt worde, doch wollen wir uns bewusst sein, dass die darin aufgeführten, heute anwesenden Personen, die Gründer dieses Vereins sind und ohne Ausnahme die Rechte und Pflichten wir uns damit übertragen, das Schicksal unseres Vereins eigens zu bestimmen. Die beiden sich als abwesend gemeldeten Herren wie Herger Sepp und Milo Lomatter gelten als vollwertige Mitgründer und sind damit als aktive Mitglieder in unserem Verein aufgenommen.

Herr Perrig erwähnte sodann auch die Frage nach zukünftigen Mitgliedern und schlug vor, solche unter die Bedingung eines Gesuchs, das dann an der Generalversammlung behandelt würde, zu stellen. Man müsse auch daran denken, dass ein Auftritt als solchen gemäss den Verbandsstatuten nur eine Anzahl von insgesamt 16 Jodler zulässt – d.h. offiziell – inklusive den Damenstimmen. –
Zu punkt 4 betreffend der Abfassung des Gründungsprotokolls wurde der Auftrag dem Schreibenden (H.P. Bumann) zuerteilt.
Die Stimmenzähler wurden anschliessend bestimmt, es sind die Herren Beat Zurbriggen und Carlo Bumann. Die früher erwähnten abwesenden Mitglieder Milo Lomater und Herger Sepp wurden automatisch aufgenommen in den Verein als Mitlieder – nachdem nur ein einziger uns – allerdings schon nach der ersten von den fünf heute zählenden Gesangübungen verliess.

Traktandum 5: Das Vereinsjahr wurde wie die Generalversammlung auf den kommenden Monat November festgelegt. Auch der Jahresbeitrag wurde in Abänderung des Vorschlages von Herrn Perrig von Fr. 15.- auf fr. 20.- einstimmig beschlossen. Ferner wurde erwähnt, das angesichts der relativ hohen Mitgliederzahl eventuelle Neubewerbungen mit strengeren Auflagen zu behandeln seien. Der Beschluss – Neubewerber müssen Fr. 100.- zu einem offiziellen Gesuch, das mit diesem Betrag verbunden ist, rechnen, wurde einstimmig gefasst. Anschliessend wurde gewählt; Traktandum 7, nachdem man kurz die Aufgaben des Vorstandes skizzierte. Erste Aufgabe liegt in den verschiedenen Aktionen und Anlässen, Einladungen jeglicher Art, Vorbereitungen u.dgl. Als zweite Aufgabe – so Herr Perrig Amadé – käme die Ausarbeitung und Abfassung der Statuten des Vereins bis zur Generalversammlung, die Bestimmung des Zwecks und der Organisation des Vereins, den Mutationen, der Festlegung der Rechte und Pflichten der Mitglieder und der Unterbreitun solcher Schwerpunkte an der GV. Für die Wahlen wurden vorgeschlagen:

Hans-Peter Bumann

Edy Kuonen

Hans-Peter Supersaxo

Dominik Gnos

Herr Benjamin Bumann, langjähriger amtierender Gemeindepräsident von Saas-Fee und Mitglied unseres Vereins, schlug vor, eine Dame in den Vorstand zu wählen. Dies scheine – so die Aussagte des leitenden Tagespräsidenten – der Tradition nicht gerecht zu werden – wäre aber doch eine gute Idee. Man könnte nun doch dies soweit in Berücksichtigung ziehen, als man sich für einen Platz in der sogenannten Liederkommission – für die geschätzte Damenwelt – interessieren könnte.

Der Vorstand wurde mit Applaus bestätigt. Als Präsidenten schlägt Herr Perrig Herr Buman Hans-Peter (meine Unzulänglichkeit) vor, als Vizepräsidenten, Herr Dr. Edy Kuonen. Beide konnten sich des bestätigenden Applauses nicht mehr wehren, auch wenn er ihm Rahmen blieb. So schien es dabei zu bleiben und dem Präsidenten tauchte der Gedanke auf, ob er in seiner Person dem Verein wohl mehr nütze als schade. Dies bleibe vorläufig den Geistern des Überirdischen überlassen.

Traktandum 8: Wahl der Liederkommission, die die Aufgabe der Unterstützung und Zusammenarbeitung mit dem Dirigenten hat. Die Vorschläge wurden mit Applaus in Gesetzesform übertragen. Es sind dies die folgenden Mitglieder:

Frau Therese Andenmatten

Herr Amadé Perrig

Herr Ulrich Supersaxo,

der Dirigent und der frischgebackene Präsident, H.P. Bumann

Zu Traktandum 9: Anträge und Verschiedenes wurde die wichtige Frage des Clubnamens erörtet und manche Vorschläge fanden Raum in der Vorstellungskraft der Mitglieder, wie die Namen:

Gletscherdorf, Enzian, Alpenperle, Gletscherecho usw.

Die schwierige noch unlösbar scheinende Angelegenheit wurde auf den Novembermonat verschoben. Was die Notenblätter, respektive deren Finanzierung vetrifft, so kann nicht nur ein aktives oder passives Mitglied einen Satz stiften, sondern auch die eventuell sich für den Club interessierenden Gönner, was sicher eine sehr willkommene Tatsache wäre. Die Sache der passiven Mitglieder wird dem Vorstand zur Bearbeitung übertragen, der dann die Mitglieder darüber orientieren wird.

Unter Verschiedenes wurde noch gesagt, dass am kommenden 28. August in Ausserberg das Oberwalliser Jodler Treffen stattfinde. Wer sich dafür interessiere, soll sich beim Präsidenten melden.

Herr Perrig deutete noch auf die Wichtigkeit der sicheren Stimmen, der regelmässigen Gesangsübungen und das rechtzeitige Erscheinen an den Abenden, die notwendige Disziplin. Herr Benjamin Bumann weist anschliessend auf die Bedeutung der Aktionen hin, um dem Verein die finanzielle Seite leichter zu machen. Diese Idee findet allgemein Interesse und Bestätigung. Herr Dominik Gnos äussert sich sodann über die Zusammenarbeit mit der seit einigen Jahren existierende und blühende Tanzgruppe aus dem Gletscherdorf Saas-Fee und erwähnt ferner den Gedanken der einheitlichen Kostümiereung des Auftritts eventuell! Die Zusammenarbeit liesse sich wohl in gewissen Punkten möglich machen, wie Tracht oder Auftritt, doch müsse man angesichts der verschiedenheit der Struktu unter den beiden Vereinen von einem Zusammenschluss im rechtlichen Sinn abgesehen werden. Der Vorstand soll demnächst diese Angelegenheit ordnen.

Herr Perrig dankt unserem lieben Herrn Ewald Muther für seine Bereitschaft, uns bis zum Herbst weiterzuhelfen. Auch Herr Norbert Lauwiner will uns als stellvertretender Dirigent weiterhelfen. Ein Vergelt’s Gott dafür!  Für den späteren Zeitpunkt wird Herr Peter Summermatter aus Naters sich als Dirigent für uns engagieren. Er soll im November unseren Club übernehmen. Herr Ewald Muther weist uns noch auf folgende Punkte hin:

1.       Was den neuen Dirigenten betrifft, so werde er und Herr Norbert Lauwiner stets ab und zu helfen, was uns alle sehr erfreut und sicher auch beruhigt. Da der neue Club noch zwei bis drei Jahre Stimmbildung braucht, sei es sehr wertvoll, dass Norbert noch da ist, denn jeder Club stehe oder falle mit den Stimmen.

2.       Für die Organisation eines „Bunten Abends“, wäre es schon möglich, ein Lied von uns darbieten zu können, jedoch müsse das Lied gut sein. Dies liegt sicher auch auf der Hand, um „Katastrophen“ vorzubeugen, so die Meinung des Schreibenden.

3.       Herr Ewald Muther erwähnt kurz den leidlichen Unfall von Herrn Walter Schnydrig dem es trotz der relativ ungefährlichen Situation (ein paar Wirbelbrüche) zu unserer Freude recht gut soweit gehe. Für seine durch Ewald überbrachten Freundschaftsgrüsse möchte ihm von ganzem Herzen an dieser Stele gedankt sein und wir hoffen mit ihm das Allerbeste für ihn aber auch für unser neu ins Leben gerufenen Verein.

4.       Betreffend einem am 13. November in Lausanne beginnenden Kurswesen für Dirigenten, Anfänger und Jodlerinnen solle man sich sofern ein Interesse bestehe, informieren.

5.       Der Verbandsbeitritt wird an der ersten GV behandelt.

6.     Für die Tracht sei Herr Walter Schnydrig anzufragen und auch diesbezüglich wäre es von Vorteil, von seinen wertvollen Erfahrungen als Verbindungsperson zu profitieren.

7.       Es bedürfe, so Ewald genauen Übungen, jeder solle sich voll und ganz engagiert wissen und es geht nicht, wenn beispielsweise bei einer Note nur einer daneben singt. Es braucht „Training, Training und nochmals Training“ mindestens eine halbe Stunde pro Tag. Jeden Tag soll einzeln (oder in kleinsten Gruppen so möchte ich anschliessen sofern die Erlaubnis gegeben ist) geübt werden – (diese Bemerkung nur hinsichtlich einer Auflockerung des Skiunterrichts) denn Herr Ewald Muther hat volles recht, wenn er sagt dass an die Jodelstimmen hohe Ansprüche gestellt werden und nur die Übung Erfolg bringe. Möge das Glück und der Gottes Segen, die uns Herr Ewald Muther nun gewünscht hat, uns gewiss werden, damit er und seine geschätzten Kollegen von uns jungen Jodlerfreunden nicht allzu sehr enttäuscht werden.

 

Gegeben zu Saas-Fee im Atelier am 22. August 1983 um ¼ nach sieben abends vor dem – so hoffe ich – verdienten Aperitif.

 

Euer Präsident

Hans-Peter Bumann  + 03.August 2011 

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